Pressemeldungen

Sa, 02.02.2019KinderSpielRaumTraumSpaßEntdeckerZeitHaus

„Wir wollen den Preis gewinnen, das ist ja so viel Geld“, die Kinder in der Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen wissen genau, um was es geht und was sie wollen. Fotos ELKiO/Bärbel Romey

Kita-Leiterin Kerstin Kreikenbohm (Mitte) mit Kindern in der Kita Aschhausen.

Expertinnen Christiane Schweitzer (li.), Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung und Elena Rehm, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, bei der Beobachtung von spielenden Kindern

„Wir verstehen uns als KinderSpielRaumTraum-SpaßEntdeckerZeitHaus. Die Kinder stehen hier im Mittelpunkt und entscheiden demokratisch mit.“

Eingang der Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen.

Evangelische Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen

„Wir wollen den Preis gewinnen, das ist ja so viel Geld“, die Kinder in der Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen wissen genau, um was es geht und was sie wollen. Und sie wissen, was sie mit dem Preisgeld machen wollen: „Neue Spielsachen kaufen. Ein Pferd für draußen, einen echten kleinen Bagger und einen Kipplaster“, sprudelt es aus ihnen heraus.

Die Kinder planen bewusst und unterstreichen damit das Konzept der Kita Aschhausen. Kita-Leiterin Kerstin Kreikenbohm beschreibt die Philosophie der evangelischen Kindertagesstätte: „Wir verstehen uns als KinderSpielRaumTraumSpaßEntdeckerZeit-Haus. Die Kinder stehen hier im Mittelpunkt und entscheiden demokratisch mit.“ Selbstbestimmung und Freiraum, dabei aber auch Halt und Struktur erleben 60 Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis sechs Jahren Kleinen tagtäglich.

„Ideen werden von Kindern eingebracht und umgesetzt. Wir gründen Gremien, denen sich die Kinder zuordnen und mitbestimmen können. Wir verstehen uns als Lernende, nutzen alles, was im Umfeld erreichbar ist, werden viel eingeladen, sind sehr viel unterwegs“, Kerstin Kreikenbohm und ihr Team sind von ihrer Arbeit begeistert. Das Miteinander mit Kindern, Eltern und Außenstehenden motiviert alle gleichermaßen.

Bewerbung und Prozess
Als die Kita-Leiterin die Ausschreibung zum Kita-Preis 2019 sah, wusste sie: „Das ist die Kita Aschhausen. Die Teilnahme an dem Preis ist Qualitätsmanagement pur. Denn die geforderten Qualitätsmerkmale: Kinderorientierung, Partizipation, Sozialraum-Orientierung und Lernende Organisation entsprechen genau unserer Einrichtung.“

Der geforderten Kurzbewerbung im Sommer 2018 folgte die Aufforderung nach einer längeren Beschreibung. 50 Seiten mit Fotos und Broschüre – später folgten Telefoninterview und Gespräche.

„Und jetzt steht die Ev. Kita Aschhausen tatsächlich im Finale um den Deutschen Kita-Preis. Wir gehören zu zehn Einrichtungen aus 1.600 bundesweit“, freuen sich neben der Leiterin auch ihre acht Kolleginnen, die Kinder und Eltern und natürlich auch der Kita-Träger, die Ev.-luth. Kirchengemeinde Zwischenahn.

Aufregend und spannend war kürzlich der Besuch der Expertinnen Elena Rehm, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, und Christiane Schweitzer, Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung. Drei Tage lang, vom 30. Januar bis zum 1. Februar, verbrachten sie in der Kita, sprachen mit Leiterin, Trägerin, Eltern und beobachteten den alltäglichen Ablauf, insbesondere die Kinder.

„Wir machen hier viele schöne Dinge“, beschreiben die beiden Frauen, ihre Aufgabe. „Wir fangen den Alltag ein, schreiben einen Bericht und der wird dann von einer Jury begutachtet.

„Die Jury entscheidet, wer von den vier Finalisten die Preise erhält. Es kommt auf gute Prozesse und nicht ausschließlich auf gute Ergebnisse an“, erklärt Elena Rehm. „Der Preis geht an Kita-Teams und lokale Bündnisse, die gute Qualität kontinuierlich weiterentwickeln – im Zusammenspiel mit ihren Trägern, mit Eltern und mit Akteuren aus dem Umfeld der Kita. Gefragt sind zum Beispiel Vielfalt, Bildungskonzept, Leitungsstruktur, Teamarbeit und mehr. Wir beurteilen alle Bewerbungsunterlagen anhand einer Auswertungsmatrix.“

Miteinander mit Ev.-luth. Kirchengemeinde
„Wir leben ein Menschenbild aus christlicher Zugehörigkeit und geben das weiter“, ist Kerstin Kreikenbohm wichtig. Sie lobt insbesondere ihre acht Mitarbeiterinnen und Praktikanten. Sie betont die enge Zusammenarbeit mit ihrem Team und der Trägerin (Ev.-luth. Kirchengemeinde Zwischenahn), insbesondere mit der geschäftsführenden Pastorin Petra Adomeit und der Pastorin Friederike Deecken. Ein täglicher Morgenkreis, Andachten und biblische Themen sind selbstverständlich. „Dafür begeistern sich alle Kinder, unabhängig, welcher Glaubensrichtung“, weiß Friederike Deecken.

Seit 2006 leitet Kerstin Kreikenbohm die Kita und „punktet durch ständiges Engagement, auch über ihre Zeit hinaus“, so die beiden Pastorinnen. Es gäbe keine Arbeit nach Plan. Zum Beispiel erfordere der Internetauftritt wie auch die Qualifizierung viel Zeit und hohe Kompetenz. Geplant sei, die Kita durch eine Krippe zu erweitern, verriet Petra Adomeit.

Ev. Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen
Im Jahr 2009 entwickelte das Team das Leitbild der Kita im Rahmen des Qualitätsentwicklungs-Prozesses. Die vier Grundpfeiler: evangelisch, integrativ, partizipatorisch und beweglich haben seitdem Bestand und spiegeln sich im täglichen Kita-Leben wieder.

Der Zertifizierung mit dem Gütesiegel BETA im Jahr 2013 folgte die Rezertifizierung 2018. (Evangelische Gütesiegel BETA, Leitfaden für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems in Tageseinrichtungen für Kinder). Schwerpunkte und Entwicklung der christlichen Einrichtung sind auf der Web-Seite der Kita Aschhausen detailliert nachzulesen. Auch die aktuellen Infors zur Teilnahme am Wettbewerb Kita-Preis 2019.

Der Deutsche Kita-Preis
Der Deutsche Kita-Preis wurde 2018 zum ersten Mal verliehen. Er ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit Stiftungen und Verbänden.

Der Preis geht an Kita-Teams und lokale Bündnisse, die gute Qualität kontinuierlich weiterentwickeln – im Zusammenspiel mit ihren Trägern, mit Eltern und mit Akteuren aus dem Umfeld der Kita. Es kommt auf gute Prozesse und nicht ausschließlich auf gute Ergebnisse an.

Die Kriterien für die Kategorie „Kita des Jahres“ hat das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) entwickelt. Für die Kategorie „Lokales Bündnis des Jahres“ hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung die Kriterien erarbeitet.

Insgesamt ist die Auszeichnung mit 130.000 Euro dotiert. In den beiden Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ wird es jeweils einen ersten Preis und vier zweite Preise geben. Je 25.000 Euro erhalten die Erstplatzierten in den beiden Kategorien. Jeweils 10.000 Euro die vier Zweitplatzierten in jeder der beiden Kategorien.

Auf nach Berlin
Zur Preisverleihung am 13. Mai in Berlin sind alle Finalisten eingeladen. Erst auf der Bühne wird bekannt gegeben, wer die begehrten Trophäen und das Preisgeld mit nach Hause nehmen darf.

In den kommenden Wochen entstehen Kurzfilme über die Kitas, die ab dem 8. April angeschaut werden können. Vier Wochen lang, bis zum 6. Mai, kann über die Lieblings-Kita abgestimmt werden. Je eine Stimme kann abgegeben werden: www.deutscher-kita-preis.de und www.eltern.de. Die Kita mit den meisten Stimmen gewinnt den ELTERN-Sonderpreis.

 
Mehr Informationen zur Evangelischen Kita „Lüttje Lü“ Aschhausen und zum Deutschen Kita-Preis finden Sie unter: www.kita-aschhausen.de sowie www.deutscher-kita-preis.de 

Ein Beitrag von Bärbel Romey.


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